#hartz4sanktionsselbstversuch – We did it!

Gerade haben wir den letzten Bissen der letzten Mahlzeit im Februar verspeist und unser Ausgabenbuch weist.. (Trommelwirbel!) €199,78 aus!

Ganz spontaner Gedankenfluss:
– Warum sind unsere Küchenschränke immer noch voll?
– Super, morgen wieder ’normal‘ einkaufen!
– Die Berliners fürs Einigeln am Rosenmontag sind gesichert!
– Echt netter Kontostand!
– Gut zu wissen, dass wir Sparpotential haben (mehr als wir dachten), ohne uns gleich völlig abgeschnitten vorzukommen.
– Gottseidank ein Monat ohne ernsthafte ‚Notfälle‘!

Insgesamt sind wir gut über die Runden gekommen, haben vernünftig gegessen und alle absoluten Notwendigkeiten unter einen Hut gebracht. Wir waren sogar einmal frühstücken..

Am meisten gefehlt hat uns der finanzielle Spielraum in puncto Büro-Mittagessen oder einer spontanen Tasse Tee oder Espresso ‚unterwegs‘. Oder (meinerseits) Buch. Oder Nähzeug. Oder so.

Der häufigste Kommentar von Freunden und Familie lautete ungefähr: „Aber wenn Ihr jetzt echt nur €200 hättet, dann würdet Ihr aber nicht xy.“ Ja, wir wären vermutlich nicht frühstücken gegangen, wir hätten noch günstiger essen können und ich hätte vermutlich ohne Ersatzleggins den Monat überstanden. Eine Sanktion ist ja (eigentlich) auch eine Ausnahmesituation. Wir wußten ja, daß wir den Fallschirm ’normales Budget‘ haben. Das hat ganz sicher eine ganze Menge Druck und Sorgen, die eine solche Situation sonst mit sich bringen wird, von uns ferngehalten. Trotzdem war es ein voller Erfolg (und ich bin sicher, wir hätten auch 30 Tage überstanden), was aber nicht heißt, daß wir das jetzt zur Normalität erklären wollen..

#hartz4sanktionsselbstversuch Tag 21

3/4 sind geschafft, unser Budget allerdings langsam auch. Auf €165,44 summieren sich unsere Ausgaben. ‚Schuld‘ an unserer zeitweiligen Überbeanspruchung des Budgets sind zwei Auswärtsveranstaltungen, ein Legginsnotfall meinerseits und ein Wäschewaschbaukastensystemkomponentenkauf.
Da Freitag ist, wird es heute wieder Restepizza geben, dafür brauche ich nur noch Dosentomaten und evt. Mozzarella, muss gleich mal den Kühlschrank befragen.

Mit etwas mehr als €30 starten wir dann in die letzte Woche, die deutlich von betont günstigen Gerichten bestimmt sein wird. Da wäre noch etwas Pesto im Kühlschrank, und sowohl Nudeln mit Spinat als auch Dahl und wohlmöglich irgendwas mit viel Sauerkraut oder Rotkohl wird dazugehören.

#hartz4sanktionsselbstversuch Tag 10

und unser Ausgabenbuch meldet €57,43.

Mit Ausnahme von knapp €5 ist alles in Lebensmittel geflossen und wir haben insgesamt vernünftig gegessen. Wenn noch ein paar Eier, Milch und etwas Gemüse dazukommen und ich gleich endlich Brot backe, sind bis zumindest Donnerstag alle Mahlzeiten abgedeckt. Allerdings darf ich einen potentiellen Burda-Kauf in der Rechnung nicht vergessen…

Den Frühlingsjäckchen-KAL bestreite ich aus Resten und mit einem vorhandenen Muster, bis ich ggf. Knöpfe brauche, ist der Februar ja definitiv vorbei. Mein Februar-Nähprojekt(e?) wird rundum ein Vorratsprojekt. Das passt ganz gut, denn ich wollte meine Stoffe und Umbau-Klamotten ja eh von zwei Koffern plus es-fliegt-ne-Menge-rum auf den kleineren der beiden Koffer reduzieren. Dass ich dieses Ziel noch in 2014 erreichen werde, ist allerdings utopisch. So viele neue Sachen brauche ich einfach nicht, mal ganz zu schweigen von meiner verfügbaren Nähzeit..

 

 

#hartz4sanktionsselbstversuch

Vor pi mal Daumen zwei Wochen kam Mann abends nach Hause und meinte: „Lass uns mal einen Monat ausprobieren, ob wir mit €200 auskommen.“ Auslöser war der berufliche Kontakt mit einem Pärchen, welches aufgrund einer ALG II-Sanktion mit €200 – ausgenommen der fixen Kosten – einen Monat auskommen musste und bereits nach zwei Wochen pleite war. Mann möchte wissen, ob das grds geht.

Am 1.2. haben nun damit angefangen, unsere Ausgaben centgenau zu protokollieren. Wir haben rein rechnerisch jeden Tag €7,14 zur Verfügung, ebenfalls ausgenommen der fixen Kosten.

Zugegeben, wir haben bestimmt mehr Vorräte. als der durchschnittliche Hartz4-Haushalt, aber keinen Zugang zur Tafel. Für einige Dinge wie z.B. Ehrenamt oder Kurse sind wir aufs Auto angewiesen, wenn wir nicht völlig den 24h-Rahmen eines Tages sprengen wollen. Sprit zählt trotzdem, außer es sind ganz ausschließlich berufliche Fahrten. Die meisten Hartz4-Haushalte verfügen über kein Auto. Bei sonstigen Ausgaben, auch wenn diese bei Hartz4-Haushalten aufgrund von Ermässigungen entfallen, müssen wir uns halt überlegen, wie nötig oder eilig sie sind. Mein Bibliotheksausweis wird vermutlich warten müssen, wenn er in ein paar Tagen abläuft.

Für Eier gilt: bio (vom Hof hier oder regional aus dem Bio-Laden) oder gar nicht. NO compromise meinerseits. Über alles andere kann man reden. Ach ja, Obst und Gemüse müssen sein.

Bislang sind wir €40,70 losgeworden (wobei Di und Mi pauschal mit €14,29 eingerechnet sind, da Mann beruflich unterwegs war und ich resturlaubabfeiernd mitgefahren bin) und ich habe eine kleine Liste vor mir, was wir bis Freitag noch brauchen, fünf Dinge, preislich zwischen einem Würfel Hefe und einem Pfund Paprika. Passt.

Grundsätzlich bin ich durchaus der Meinung, dass wir das schaffen können, wenn wir 1.) den/die Wagen nur nutzen, wenn es wirklich nötig ist 2.) unsere Mahlzeiten vernünftig und günstig planen und 3.) keine unvorhersehbare Katastrophe aka Reparatur- oder Ersatznotfall eintritt. Und uns natürlich ‚etwas‘ am Riemen reissen.