Stoffdiät Treffen Juli

Küstensocke hat zum neuen Zwischenbericht geladen.

Den Mai-Termin habe ich galant um einen Tag verpasst. Und obwohl ich nicht wirklich was zu berichten habe (und erst recht keine Bilder zur Hand) – zumindest im Kopf bin ich noch dran. Wirklich genäht habe ich kaum, seit den Osterferien ist meine Kollegin außer Gefecht und ich ertrinke in  Arbeit.

Nicht geklappt hat es diesmal mit der Vermeidung des Stoffkaufs. Auslöser waren die ersten Überlegungen zum Thema England-Hochzeitsgastkleid für Oktober. Ich habe zu Testzwecken etwas Spitze bestellt sowie Unterstoff dazu. Außerdem kamen noch ein paar Stoffe und Bündchen für meinen Filius sowie ein Wunschstoff für ein Geschenk zur Geburt dazu. Obendrein habe ich um drei Ecken eine Kiste mit Kinderjerseys geerbt. Nicht alles davon sagt mir zu und nicht alle Stoffe, die gefallen, sind noch reichlich vorhanden. Im Ernst: Das ein oder andere darf gehen (Totenkopfjersey, anyone?) und manche Stücke reichen vielleicht noch für ein Mützchen und ein Halstuch.

‚Strategien gegen die Rückfallgefahr‘ ist das Thema im Fokus. Ausgerechnet. Bislang hat mich der Nicht-Besuch von Stoffläden oder anderen Quellen davon abgehalten. Online kaufe ich nur in Ausnahmefällen. Da ich aber neulich im Stoffladen war, um Einlage zu kaufen und dann noch einen Wunschstoff für ein Geschenk bestellen mußte – das Ergebnis habt ihr ja gerade gelesen.

Wenn ich losgehe, um Stoff für ein bestimmtes Projekt zu finden, fahre ich meist gut damit, vorher gar nicht groß über die Möglichkeit nachzudenken, dass ich noch andere tolle Stoffe finden könnte. Das erspart mir das Gefühl, etwas zu verpassen. Insofern ist eine selbstauferlegte Stoffdiät natürlich leicht kontraproduktiv. Dafür ziehe ich (Öko-)Kaufklamotten gerade mehr in Betracht als üblich. Obwohl ich bislang nichts erstanden habe, brauche ich dann nicht ‚vorsichtshalber‘ noch Stoff für xyz.

Bei Erbstoffen fällt mir das Nein-Sagen schwer, aber das Aussortieren um so leichter. Und im Grunde liebe ich Erbstoffe. Trüffelschweinchengene.

Obendrein haben wir einiges aus unserem Kleiderschrank entfernt, nur habe ich dieses Mal darauf verzichtet, in fast jedem Fetzen eine Verpflichtung zur Weiternutzung innerhalb unserer vier Wände zu sehen. Es ist nur ein kleiner Teil davon in Richtung Nähtisch oder Putzlappenkiste gewandert.

Okay, bereit für die guten Nachrichten?

Ich habe mich zunächst sehr pflichtbewusst weiter um den Flickkorb gekümmert und den Inhalt auf zwei Hemden und eine Jeans (alles vom Mann) sowie ein Kleid reduziert. Solch Niedrigwasser war da schon lange nicht mehr!

Der Filius brauchte neue Puschen und der Ecopell-Vorrat ist damit auf Applizierreste geschrumpft. Das macht den Braten zwar nicht fett, aber beim nächsten Paar kann ich frei Laune neue Farben aussuchen.

Sehr viel Nähzeit habe ich mit Vorbereitung und Umbau von Schnittmustern verplempert, die ich dann doch nicht eingesetzt habe. Besonders zwei Sweats mit Spitzendruck, die ich letztes Jahr gekauft habe (völlige Schnapsidee), bereiten mir da Kopfzerbrechen. Ich habe beide für WE-Kleider eingeplant. Ganz naheliegend Pullis draus zu nähen kommt für mich nicht in Frage, da ich Sweatshirts allenfalls für Gartenarbeit und vielleicht noch den Marathonstand trage und da gut mit Helferpullis vom DBB versorgt bin. Jetzt ist ja eh erstmal Sommer, vielleicht hab ich im Herbst ja bessere Ideen dazu (legere Blazer?). Haben halt eine Menge Volumen, die zwei.

Außerdem habe ich noch ein paar WIPs (ein Rock, zwei Kleider) produziert, die alle darauf warten, dass ich nochmal zum Stoffladen flitze und dann endlich passende Reißverschlüsse besorge.

Der Filius hat ein paar kurze Hosen bekommen, alle aus Jersey und alle schnell und aus wenig Stoff genäht.

Aktuell in Arbeit, sofern ich das gerade überhaupt so nennen kann, befinden sich die Vorhänge fürs Kinderzimmer (6m) und ein Dolores-Hemdblusenkleid (2,5m incl. Reste) aus einem Stoff, den ich seit knapp 20 Jahren herumliegen haben dürfte.

Ein wenig aussortiert habe ich aber schon. Meine Webware für Röcke und Kleider passt jetzt bequem in eine 45l-Kiste. Eine halbe Kiste habe ich aussortiert, zwei Stoffe (ein Cord und ein dünner, stretchiger Denim) für Kinderhosen beiseite gelegt und zwei weitere zu den Oberteilstoffen umgepackt. Außerdem habe ich einen halben Sack aus der Umbauklamottensammlung aussortiert.

Wieviele Meter das waren, kann ich nicht sagen, ich mag gerade auch nicht nachmessen. Eine halbe 45l-Samla-Box plus der halbe Sack und ein wenig Ecopell. Wenn ich die angefangen Stücke fertig habe, werden das nochmal knapp 10m + 6m von den Vorhängen sein sowie ein umgebauter Wickelrock. Der Zuwachs dürfte das aber überwiegen.

Sobald ich wieder ein wenig Energie übrig habe, um mich an die Nähmaschine zu setzen, möchte ich zum einen endlich ein Anna-Dress nähen (und hoffentlich werden weitere folgen). Ich habe die Schnittteile bereits ausgedruckt. Zudem sind gestern ein paar geplottete Oberteilschnitte angekommen. Ich brauche dringend Nachschub.

Der Plan, um schnell Oberteile zu produzieren und sichtbar Stoff abzubauen ist es, Shirts aus allen geeigneten Uni- und Streifenjerseys zu nähen. Zwar habe ich einige Blusen auf meiner Nähliste, aber Shirts nach meinem Standardschnitt und Plantain gehen einfach fixer und ich habe alles da. Wenn ich dann noch den bereits geklebten Schnitt wiederfinde, kommt ein gerader Jeansrock dazu.

Eigentlich wollte ich ja einfach stapelweise Kleider produzieren und meinen Bestand damit wieder auffüllen. Meine bevorzugten Kleidungsstücke sind Kleider aus Webstoff. Aber ich weiß auch eine gute Shirt-Rock-Kombi zu schätzen.

Was mich weiterhin ärgert, ist der mangelnde Zugriff auf Schnittmuster und Nähhefte. Seit wir das Kinderzimmer als Kinderzimmer brauchen, lagern große Teile meiner Schnitte auf diverse Kisten verteilt ziemlich unzugänglich im Keller. Ich bin manchmal kurz davor, einzelne Schnitte neu zu kaufen, damit ich sie endlich nähen kann und der damit verbundene Stoff endlich seiner Bestimmung zugeführt wird. Na ja, realistisch wäre das jetzt gerade eh nicht.

Da der Mann gerade in einer Sitzung steckt, habe ich ein wenig in der Gegend um die Nähmaschine versucht aufzuräumen (genau, versucht!) und habe damit immerhin ein Bild – ein Berg Stoffe in eine Kiste gequetscht. Alles Stoffe, die sich seit Ostern angesammelt haben, Zuwächse und Lagerstoffe bunt gemischt:

 

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Nun denn, ich hoffe auf bessere Zeiten und schau mich derweil bei den anderen um!

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Stoffdiät März-Update

Knapp zwei Monate sind verflogen, im Vergleich zum Vorjahr habe ich exorbitant viel genäht (kein Baby mehr, daß den Abend auf meinem Bauch verdöst) und ein paar Meter Stoff weniger kann ich auch vorweisen. Insgesamt habe ich aber mehr Nähzeit mit meinem Flickkorb, NfAs und der Suche und Auswahl passender Schnitte verbracht, als mit Abbau-Projekten. Dafür habe ich jetzt eine stattliche Liste mit möglichen Projekten, auf die ich zu Inspirationszwecken zurückgreifen kann.

Außerdem muß ich mehr Fotos machen.

Als einziges (fertig gewordenes) Kleidungsstück für mich habe ich ein Lady Skater-Kleid genäht.

[Bild folgt]

Den Jersey in Jeans-Optik mit Möwen (BW mit Elastan) habe ich sogar relativ kürzlich gekauft. Insgesamt drei Meter. Da ich den Schnitt deutlich verlängern musste, brauche ich deutlich mehr Stoff als angegeben.  Für ein (langes) Top für mich reichen die Reste nicht, daher wandern die in die Restekiste und werden abgeschrieben. Vielleicht bekommt der Filius noch was draus.

Das ist mein zweites Kleid nach dem Schnitt und ich schätze, ich werde ihn entweder mithilfe meines Shirt-Schnittes überarbeiten oder jenen direkt mit einem Rockteil verbinden, sofern ich doch noch mehr sollte haben wollen.

 

Als erstes Projekt nach dem Start der Stoffdiät, habe ich neue Kissenhüllen für unsere kleineren Sofakissen genäht. Ich kann nur mit einem Bild des zugeschnittenen Stoffes dienen, die Kissen sind gerade beim Besuch im Gästezimmer.

Den Stoff habe ich vor ein paar Jahren bei I*EA gekauft, für €1/m habe ich gleich die restlichen 8m mitgenommen. Leider haben die Reißverschlüsse der alten Kissenhüllen das Heraustrennen nicht heile überstanden, deshalb war ich dann doch mal im Stoffladen.

Samt einem Zugluftstopper, der jetzt langsam mit Zuschneideresten gefüllt wird, habe ich 1,40m verbraucht.

 

Der Filius hat zwei Hosen nach dem Schnitt Babyhose Ras von Nähfrosch in 92 bekommen.

Der Jaquardjersey lag nur etwa halbe Breite und ist komplett verbraucht (jeweils 60cm). Der Bündchenstoff stammt auch aus meinem Vorrat. Die Kategorie ist zwar sehr dünn besiedelt, aber das macht nix. Der Mann hat kurzerhand die orangenen Ringel für die grüne Hose herausgepickt.

Extra dringend brauchte der Filius auch neue Mützen. Das Schnittmuster ist von Klimperklein, Minutenmütze in der Variante Umschlagmütze.

Hier stoße ich auf ein Problem bei der Bemessung des verbrauchten Stoffes. Rechne ich die Hälfte, weil weniger als halbe Breite benötigt? Rechne ich den Stoff erst, wenn endgültig verbraucht (hier wäre das der Wolkenstoff)? Ich habe mich für Variante 3 entschieden: Irrelevant. Mein Ziel ist ja nicht in Metern, sondern in Volumen definiert.

Außerdem habe ich ein Fat Quarter für einen Beutel für meine Freundin verbraten und einige Dekostoffe weitergereicht. Letzteres dürften so ungefähr 8m gewesen sein.

Gekauft habe ich kein einziges Fitzelchen Stoff, nur Kurzwaren.

Leider habe ich es noch nicht geschafft, alle meine Lagerstoffe zu sichten alle Stoffkisten auszugraben und einen Blick hinein zu werfen. Ich denke, ich werde aber im Laufe der Stoffdiät den ein oder anderen Meter noch gerne in einen anderen Vorrat umziehen lassen.

Während ich noch überlege, was ich als nächstes nähe, schaue ich hier mal, was die anderen so geschafft haben (und hoffe, bis zum nächsten Update etwas erfolgreicher zu sein)!

 

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